Wahre Geschichten

Wahre Geschichten

Lesen Sie hier, was es heisst ein Dalit zu sein, und erfahren Sie wie DFN gegen moderne Sklaverei interveniert.

Manjula – als Kind in Schuldknechtschaft gefangen

Seit sie 4 Jahre alt ist, begleitet Manjula* ihre Mutter jeden Morgen um 5 Uhr in die Zündholzfabrik in Sivakasi (Tamil Nadu, Indien). Mit viel zu wenig Schlaf und ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit arbeiten die beiden in schrecklichen, gefährlichen Bedingungen für nur einige Rappen pro Tag.

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Jeden Monat erlebt Manjula, wie Mitarbeiter durch gefährliche Chemikalien oder Explosionen verletzt werden. Sie arbeitet hart, v.a. aus Angst vor den Schlägen, welche sie erhält, wenn sie ihre Quote nicht erfüllt.

Heute ist Manjula 12 Jahre alt. Leider muss nun Kavitha, ihre jüngere Schwester, auch in der Zündholzfabrik arbeiten. Ihre Eltern leben in einem nie endenden Kreislauf der Verschuldung. Manjula und Kavitha sind Teil des Preises, mit welchem diese Schulden zurückbezahlt werden.

Die Narben auf ihren schwächlichen, unterernährten Körpern erzählen von der verlorenen Kindheit und Freiheit der Mädchen. Welche Hoffnung haben sie auf eine bessere Zukunft?

Manjula ist nur eines von Millionen Kindern in Schuldknechtschaft im heutigen Indien. Wie Manjula sind neun von zehn Dalits. Man findet sie in Ziegelbrennereien, in Seidenfabriken, auf den Feldern oder in vielen anderen Branchen. Oft arbeiten sie unter gefährlichen Bedingungen während langer Stunden, zudem sind sie psychischem und körperlichem Missbrauch ausgesetzt und leben unter ständigem Risiko von Krankheiten und Unfällen. Sie arbeiten, um Familienschulden abzuzahlen. Viele werden für den Rest ihres Lebens so arbeiten, um ihre Schulden zu tilgen. Einige von ihnen wurden von ihren Eltern sogar dem Grundbesitzer oder Fabrikeigentümer verkauft.

Dalit Freedom Network setzt sich dafür ein, dass die Sklaverei der Dalits in Indien abgeschafft wird.

* Das ist eine wahre Geschichte, aber die Namen wurden geändert. Die Geschichte wurde von Joseph D‘ Souza erzählt, dem internationalen Präsident von Dalit Freedom Network, und sie erschien in ‚Slavery Now and Then‘ von Danny Smith.

Sunita – das Leben eines Dienstmädchens

Sunita* wurde als Dienstmädchen nach Delhi verkauft, wurde von den Menschenhändlern sexuell missbraucht und von ihren „Arbeitgebern“ geschlagen.

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Es fing alles damit an, dass ihr eine Frau sehr aufdringlich immer wieder eine Stelle für sechs Monate als Gärtnerin in Delhi anbot. Sie versprach ihr ein Vermögen dafür. Mindestens fühlte es sich für eine total verarmte Familie wie die ihre wie ein Vermögen an. Sunitas Familie war nämlich wegen religiösen Unruhen und Gewalt aus ihrer Heimat Orissa (Odisha) vertrieben worden. Rückblickend betrachtet sollte Sunita damals eigentlich gemerkt haben, was abläuft. Aber das ist im Nachhinein leicht zu sagen. Eines führte zum anderen, und ehe sie sich’s versah sass Sunita mit ihrer älteren Schwester und zwei Freundinnen im Zug nach Delhi.

Sunita ist 16 Jahre alt, aber sie ist zierlich und sieht daher viel jünger aus. Ein paar Tage nach ihrer Ankunft in Delhi landeten die vier Mädchen im Haus von Divanshu, der die Arbeitsvermittlungsagentur führte. Die Arbeit als Gärtnerin war auf seltsame Weise bereits nach zwei Tagen beendet. An diesem Abend musste Sunita die sexuellen Belästigungen von Divanshu abwehren, während die drei anderen Mädchen von dessen Freunden mitgenommen und vergewaltigt wurden. Die folgende Woche war ein Albtraum. Während ihre Schwester und ihre Freundinnen einen Platz als Dienstmädchen bekamen, wurde Sunita weiterhin von Divanshu belästigt. Darum war es eine grosse Erleichterung, als sie eine Stelle als Haushälterin bei Jolly und seiner Familie bekam. Sie konnte nicht ahnen, dass es noch schlimmer kommen sollte.

Sunita wurde gezwungen, jeden Tag von fünf Uhr morgens bis Mitternacht zu arbeiten, ohne Pausen oder freie Tage.  Sie lebte von nur zwei Chapattis pro Tag – ausser wenn sie Glück hatte und die Reste vom Abendessen bekam. Sie wurde ständig von Jolly’s Frau wegen Kleinigkeiten oder manchmal auch ohne jeglichen Grund geschlagen und gescholten. Sie bekam keinen Lohn. Als sie auch noch von Jolly’s Sohn sexuell belästigt wurde, realisierte Sunita, dass sie von einem Albtraum in eine noch schrecklichere Situation geraten war. Sie versuchte davonzulaufen, wurde aber gefasst und wieder ins Haus zurückgebracht.

Sechs Monate später gelang es Sunita, ihrer Mutter Hasina eine Nachricht zu schicken. Es war ihr erster Kontakt. Ein Monat später wurde Sunita gerettet und konnte ihre Mutter wieder in die Arme schliessen. Es war ein sehr emotionaler Moment, voller Tränen des Glücks, der Erleichterung und auch des angestauten Schmerzes.

Obwohl die Polizei nicht bereit war, die Anklage gegen Divanshu zu verfolgen, hat Sunita mittlerweile eine Kompensation bekommen für die Löhne, welche ihr nie ausbezahlt wurden. Nach mehreren Monaten in einer unserer Anlaufstellen kann Sunita nun eine Kosmetikausbildung absolvieren und ihren eigenen Schönheitssalon führen.

Erfahren Sie mehr über unsere Ausbildungszentren.

* Das ist eine wahre Geschichte, aber Sunitas Name wurde zu ihrer Sicherheit, und um ihre Identität zu schützen, geändert.

Premilas Alptraum

Premilas* Albtraum begann an ihrem 18. Geburtstag, als sie von ihren Eltern für lächerliche 800 Rupien (rund CHF 16) als Braut an einen Mann verkauft wurde und später in den Bordellen Delhis landete.

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Premila lebte mit ihrer Familie in bitterer Armut in einer ländlichen Gegend in Bihar im Nordosten Indiens. Aus lauter Verzweiflung und um aus ihrer Misere heraus zu kommen, verkauften die Eltern Premila an einen Mann, welcher im entfernten Bundesstaat Punjab lebte. Er gab vor, dass es in seinem Dorf keine „guten Frauen“ gäbe und er deshalb gezwungen sei, eine Ehefrau zu kaufen. Wobei „Ehefrau“ der falsche Begriff ist; „Sexsklavin“ wäre treffender.

Während fast zwei Jahren war Premila eine Art Nebenfrau. Es gab keine offizielle Hochzeit und somit auch keine Hoffnung für Premila, dass dieser Mann es ernst meinte und sie je lieben oder für sie sorgen würde. Im Gegenteil, sie musste ihrem „Ehemann“ und allen seinen männlichen Verwandten stets zu Diensten stehen – ihr Körper wurde ständig missbraucht. Es war die Hölle auf Erden. Aber es sollte noch schlimmer kommen.

Für ihren „Ehemann“ ergab sich eine neue Gelegenheit, von Premila zu profitieren, indem er sie an einen bekannten Prostitutionsring in die Hauptstadt Neu Delhi verkaufte. Dieses Mal brachte Premila einen höheren Gewinn ein, nämlich 5’000 Rupien (rund 100 Franken). In Delhi gesellte sie sich zu Tausenden von anderen Frauen, welche ein von Armut und Krankheit gekennzeichnetes Dasein fristeten und unter bedrohlichen Bedingungen lebten. Sie waren dem ständigen Risiko ausgesetzt, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten, wie z.B. HIV, anzustecken und lebten in ständiger Angst, von ihren Klienten oder dem Bordelleigentümer missbraucht zu werden. Falls Premila und die anderen Frauen sich weigerten, wurden sie geschlagen oder mit dem Tod bedroht. Was also blieb Premila übrig, als alles über sich ergehen zu lassen?

Dalit Freedom Network setzt sich für die soziale Gerechtigkeit der Dalits ein.

*Das ist eine wahre Geschichte, aber Premilas Name wurde zu ihrer Sicherheit geändert, und um ihre Identität zu schützen.

Malvika – von Sexsklavin zur Aktivistin

Malvika* wurde als Jogini (rituelle Sexsklavin) geweiht, als sie erst sechs Jahre alt war. Sobald sie in die Pubertät kam, begannen Männer sie zu missbrauchen.

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Malvika wurde von ihren Grosseltern aufgezogen und es war deren Entscheidung, sie der Göttin Yallamma zu weihen. Weil sie kein Junge war dachten die Grosseltern, dass Malvika nicht fähig sein würde, für sich selbst und im Alter für sie zu schauen. Sie glaubten ernsthaft, dass das Leben als Devadasi der beste Weg für Malvika sei. Rückblickend sagt Malvika, dass es tiefsitzende abergläubische Bräuche und Unwissenheit waren, welche ihre Grosseltern dazu gebracht hatten, so zu handeln.

Malvika hasste es, eine Devadasi zu sein. Sie versuchte verzweifelt, diesem Gefängnis zu entfliehen, aber sie konnte nirgends Hilfe finden. Sie hatte keine andere Wahl als weiterhin als Devadasi zu leben, unter dem ständigen Risiko, sexuell und körperlich missbraucht zu werden und mit Krankheiten wie HIV/AIDS angesteckt zu werden. Es war die Hölle auf Erden, dazu gezwungen zu werden, Sex mit jedem Mann im Dorf zu haben, wann immer diese wollten.

Vor 18 Jahren traf Malvika auf ein lokales Hilfswerk, welches sich für Frauen aus dem Devadasi-Umfeld einsetzt. Die Mitarbeiter dieses Werks halfen Malvika, das Devadasi-System zu verlassen. Sie trat dem Hilfswerk bei und setzt sich seither dafür ein, dass das ausbeuterische System der ritualisierten Prostitution ein Ende findet. Sie klärt die Leute in den Dörfern von Karnataka auf und ermutigt Eltern dazu, ihre Töchter nicht in dieses Geschäft zu zwingen.

Im Dezember 2011 kam Malvika in Kontakt mit dem Karnataka Aids Center, welches unter den Devadasis arbeitet. Sie wurde Teil des Teams als Mitarbeiterin in der Prävention. Das Team freut sich sehr, mit Malvika zusammenzuarbeiten und mit ihrer Hilfe noch mehr Devadasis erreichen zu können.

Malvika ist jetzt 45 Jahre alt und hat zwei Söhne. Als diese geboren wurden, war sie entschlossen, ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Ihr älterer Sohn ist jetzt am College und der jüngere geht noch zur Schule.

Unterstützen Sie die Arbeit von DFN unter Joginis, indem Sie für unser Karnataka Aids Center spenden.

* Das ist eine wahre Geschichte, aber Malvikas Name wurde zur ihrer Sicherheit geändert, und um ihre Identität zu schützen

Ruchika – rituelle Prostitution ist ein Generationsproblem

Ruchika* wurde als Jogini geweiht, als sie 10 Jahre alt war und wurde einer Gruppe von Männern als rituelle Sex-Sklavin gegeben.

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Ruchika lebt in einem abgelegenen Dorf im südindischen Bundesstaat Karnataka. Die Dorfältesten sagten ihren Eltern, dass sie Ruchika „für das Wohl des Dorfes“ weihen sollten. Sie gaben dem Druck nach und so wurde Ruchika der Göttin Yellamma geweiht.

In den nächsten Monaten nahm Ruchika an Hindu-Festen teil, an welchen sie der Göttin Opfer darbringen musste. Ironischerweise war es Ruchika dabei nicht erlaubt, den Tempel zu betreten, weil sie eine Dalit (Unberührbare) ist und deswegen als rituell unrein angesehen wird.

Als Ruchika die Pubertät erreichte, besuchte eine Gruppe von Männern ihr Dorf. Die Leute im Dorf hiessen sie als Gäste willkommen, weil Besucher selten waren. Die Männer waren wohlhabend und einflussreich und die Dorfbewohner wollten, dass sie blieben. So schenkten sie den Männern ein Haus und ein Stück Land. Ausserdem gaben sie ihnen Ruchika, um ihre sexuellen Verlangen zu befriedigen. Erst dann realisierte Ruchika, was es wirklich heisst, ein Leben als Devadasi zu führen.

Ruchika hat inzwischen eine Tochter, die mit körperlichen Behinderungen geboren wurde. Sie versuchte, für ihre Tochter medizinische Hilfe zu bekommen, aber ihre Armut und ihr sozialer Status verunmöglichten dies. Aus Verzweiflung und Not ging Ruchika mit ihrer Tochter zu einem Zauberdoktor. Dieser sagte ihr, dass ihre Tochter von einem bösen Geist besessen und der einzige Ausweg sei, sie ebenfalls als Devadasi zu weihen. Traurigerweise nahm Ruchika den Rat des Zauberdoktors ernst und weihte ihre Tochter im Tempel als Devadasi. Sobald sie die Pubertät erreicht hatte, wurde ihre Tochter dann auch in die Prostitution verkauft.

Die Geschichte von Ruchika zeigt einerseits, wie dieses Problem von Generation zu Generation weitergegeben wird, und andererseits auch, wie Aberglaube dazu benutzt wird, Eltern unter Druck zu setzen, ihre Töchter zu weihen. Das AIDS Centre in Karnataka kümmert sich nun um Ruchika und ihre Tochter und gibt ihnen Hoffnung für die Zukunft.

Unterstützen Sie die Präventions-Arbeit von DFN, damit die Dalit-Mädchen nicht ihrer Kindheit beraubt werden!

* Das ist eine wahre Geschichte, aber Ruchikas Name wurde zur ihrer Sicherheit geändert, und um ihre Identität zu schützen.

Balammas Kampf gegen rituelle Zwangsprostitution

Als die 13-jährige Balamma* in ihrem Zimmer von einem Fremden sexuell missbraucht wurde, war sie schockiert und fühlte sie sich tief verletzt. Niemand kam ihr zu Hilfe, obwohl sie die ganze Nacht immer wieder geschrien hatte. Ihre Mutter versuchte es ihr am Morgen zu erklären: „Das ist deine Bestimmung, Balamma, dafür wurdest du geboren: eine Jogini zu sein und der Göttin zu dienen.“

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Balamma erinnerte sich zurück an die Zeremonie, als sie als kleines Kind geweiht wurde. Ihre Familie und Freunde feierten sie und sie liebte ihr neues Kleid und die erhaltenen Blumen. Balamma wurde damals der Göttin Yellamma als Jogini geweiht. Sie genoss es, das Zentrum der Aufmerksamkeit zu sein, wusste aber nichts von der wahren Bedeutung von dem allem. Sie wusste, dass sie keinen Vater hatte und dass ihre Mutter eine Jogini war. Wenn sie damals den Spruch gehört hätte, dass eine Jogini ‚die Frau von jedem Mann, aber die Ehefrau von keinem‘ ist, hätte sie doch keine Ahnung gehabt, was das für ihre Zukunft bedeutet: ein Leben in der rituellen Zwangsprostitution.

Balamma wurde in ein Bordell in Mumbai gebracht, wo sie jeden Tag von 10 bis 20 Männern benutzt und missbraucht wurde. Sie hatte mehrere Fehlgeburten. Das Geld, welches sie damit verdiente, ging an einen Agenten und nur ein Bruchteil davon erreichte ihre Familie.

Als sie nach mehreren Jahren zurück nach Hause kam, wurde sie der Besitz des Dorfes. Als sich ein Mann aus einer höheren Kaste für sie interessierte, fühlte sie sich geschmeichelt. Sie dachte er liebe sie, weil er freundlich zu ihr war. Als sie dann aber schwanger wurde, wollte er nichts mehr mit ihr zu tun haben. Immer, wenn er sie und ihren Sohn sah, wandte er sich ab. Das alles wurde noch schlimmer durch den Spott der Leute aus dem Dorf, weil Balamma eine Dalit war und ihr Sohn somit ein Mischling.

Balammas Leben veränderte sich, als neue Leute ins Dorf kamen. Sie behandelten sie mit Würde und Respekt – etwas, das sie noch nie zuvor erlebt hatte. Sie kümmerten sich um sie und halfen ihr, ihrem Leben eine andere Richtung zu geben. Heute setzt sich Balamma dafür ein, dass die rituelle Prostitution, welche ihr Leben zerstörte, abgeschafft wird. Sie wünscht sich, dass die vielen Tausend Frauen, welche immer noch in einem Leben als Jogini gefangen sind, auch befreit werden. Sie arbeitet in unserem Präventionsprogramm in Andra Pradesh mit, um die Leute aufzuklären und zu verhindern, dass weitere Mädchen als Joginis geweiht werden. Balamma bewirkt so einen echten Unterschied.

Dalit Freedom Network setzt sich dafür ein, dass die rituelle Zwangsprostitution in Indien abgeschafft wird.

* Das ist eine wahre Geschichte, aber Balammas Name wurde zur ihrer Sicherheit geändert, und um ihre Identität zu schützen.

Shival – Ohne Frühstuck zur Schule

Shival* ist ein Dalit-Junge aus der fünften Klasse. Seine Eltern sind Hirten und verdienen ihren Lebensunterhalt, indem sie Ziegen grossziehen und dann verkaufen. Weil seine Eltern früh am Morgen das Haus verlassen müssen, ist Shival als Ältester für seine beiden jüngeren Geschwister verantwortlich.

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Jeden Morgen steht er früh auf, um ihnen beim Waschen und Anziehen zu helfen, bevor er dann fünf Kilometer zur Schule radelt. Damit er pünktlich ist, reicht es meistens nicht, dass er selber noch frühstücken kann. Shival ist sehr intelligent und ein guter Schüler. Er ist froh, sind seine Lehrer so hilfsbereit und dass sie ihn, wo immer möglich, unterstützen. Da seine Eltern Analphabeten sind, können sie ihm bei den Hausaufgaben nicht helfen.

* Das ist eine wahre Geschichte, aber Shivals Name wurde zu seiner Sicherheit, und um seine Identität zu schützen, geändert.

Nidu findet neue Hoffnung

Nidu* geht in die dritte Klasse und hat Tränen in den Augen, als er seine Geschichte erzählt. Nidu war noch sehr klein, als sein Vater an AIDS starb. Kurz danach entdeckte seine Mutter, dass sie auch HIV positiv war.

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Diese Nachricht machte sie sehr verzweifelt und trieb sie in die Isolation, da diese Krankheit eine Schande darstellt. Nach langem Zögern ging sie dann doch in ein Spital, wo sie entsprechende Medikamente erhielt. Als der behandelnde Arzt ihre Geschichte erfuhr, organisierte er für ihre Kinder einen Platz in einem Waisenheim. Nidu wurde wegen der Krankheit seiner Mutter von keiner Schule aufgenommen. Als die Dalit-Schule in seiner Nähe davon erfuhr, bekam er dort sofort einen Platz. Er sagt: „Das Waisenheim gibt mir Nahrung und ein Dach über dem Kopf, aber eure Schule gab mir neue Hoffnung.“

* Das ist eine wahre Geschichte, aber Nidus Name wurde zu seiner Sicherheit, und um seine Identität zu schützen, geändert.

Sreeja – eine neue Schule

Sreeja*, eine der Absolventenschülerinnen besuchte von der achten Klasse an eine Dalit-Schule. Vorher besuchte sie eine staatliche Schule, aber da die Familie in finanziellen Schwierigkeiten steckte, musste sie mit dieser Schule aufhören.

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Inzwischen hörte ihr Vater von der Dalit-Schule in der Nähe und meldete seine Tochter dort an. Sreeja berichtet: „In dieser neuen Schule fand ich mich in einer ganz anderen Welt wieder. Vieles war anders als in meiner vorherigen Schule; vorher – obwohl ich ja an einer englischsprachigen Schule studierte – konnte ich mich kaum auf Englisch ausdrücken. In dieser Schule habe ich wirklich gelernt, Englisch zu sprechen. Ich bekam Werte mit auf den Weg und ich merkte, wie die Lehrer uns mochten und uns mit viel Geduld und Freundlichkeit begegneten. Dies half mir, eine positive Haltung mir selber gegenüber zu entwickeln– ja ich habe, nebst einer guten Ausbildung auch Selbstvertrauen gewonnen.“

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* Das ist eine wahre Geschichte, aber Sreejas Name wurde zu ihrer Sicherheit, und um ihre Identität zu schützen, geändert.

Ein Büffel gibt Mandhu neue Hoffnung

Mit drei kleinen Kindern und einem Alkoholiker als Mann, musste sich Mandhu* alleine abmühen, ihre Familie zu ernähren.

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Als eine Dalit hatte Mandhu Mühe, eine geregelte Arbeit zu finden. Da die Mittel oft nicht ausreichten, musste sie regelmässig Geld ausleihen, welches sie dann mit hohen Zinsen zurückbezahlen musste. Als sie das Geld nicht mehr zurückzahlen konnte, bekam sie von ihren Schuldnern Drohungen.

Zum Glück erfuhr Mandhu von unserem Einkommensförderungsprogramm, in welchem sich Dorfbewohner zu Spargruppen zusammenschliessen. In diesen Gruppen erhalten die Mitglieder Informationen über Arbeitsstellen, bekommen Schulung und unterstützen sich gegenseitig. Sie haben auch die Möglichkeit, kleine Kredite zu erlangen.

Sie bekam bald einen Kredit, womit sie sich einen Büffel kaufte. Nun erwirtschaftet sie genug, um für ihre Familie zu sorgen. Mandhu ist dankbar, dass sie einen Ausweg aus der Schuldenfalle gefunden hat.

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* Das ist eine wahre Geschichte, aber Mandhus Name wurde zu ihrer Sicherheit, und um ihre Identität zu schützen, geändert.

Joseph – Befreit von Nierensteinen

Joseph* besucht die achte Klasse einer Dalit-Schule in West Bengal. Allmählich kam er immer später zur Schule, manchmal kam er auch gar nicht und wenn er da war, schien er sich nicht auf den Schulstoff konzentrieren zu können.

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Sein Lehrer berichtete seine Beobachtungen der Gesundheitsarbeiterin der Schule, welche Joseph noch am gleichen Tag zu Hause besuchte, um den Grund für sein Verhalten herauszufinden. Sie erfuhr, dass Josephs Vater schon seit einer Woche starke Bauchschmerzen hatte. Aus finanziellen Gründen ist er nicht zum Arzt gegangen und sein Zustand war für Joseph ein Grund grosser Sorge. Die Gesundheitsarbeiterin riet dem Vater, sich in ärztliche Behandlung zu begeben und begleitete ihn ins nächst gelegene Spital. Dort stellte man fest, dass er Nierensteine hatte. Er musste nun viel Flüssigkeit zu sich nehmen, damit die Nierensteine ausgeschieden werden konnten. Die Gesundheitsarbeiterin überwachte seinen Genesungsprozess und besuchte ihn stets zu Hause, bis er wieder ganz gesund war. Die ganze Familie war sehr dankbar für die Begleitung der Gesundheitsarbeiterin.

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* Das ist eine wahre Geschichte, aber Josephs Name wurde zu seiner Sicherheit, und um seine Identität zu schützen, geändert.